Steckbrief Chiang Mai: Tempelpracht im Grünen

❂ “Kultur pur” – so könnte man die historische Stadt Chiang Mai auf einen Nenner bringen. ❂ Die 700 Jahre alte, ehemalige Hauptstadt des Königreichs Lanna ist das ultimative Kontrastprogramm zu Bangkok und Thailands Inseln. Im hohen Norden liegt sie in einem fruchtbaren Tal, umgeben von üppigen Bergen, weitläufigen Stadtmauern und Wasserwegen. Zudem verfügt sie über ein besonders faszinierendes kulturelles Erbe und ist zugleich auch das Zentrum thailändischer Handwerkskunst. Hier gebe ich Ihnen einen Überblick über die Historie, die wichtigsten Attraktione und die beste Reisezeit…

Ein Urlaub in Chiang Mai wird für Sie unvergesslich bleiben – das garantiere ich Ihnen! Denn die zweitgrößte Stadt Thailands hat unendlich viel zu bieten.

Shopping, Strand und Sonnenbaden ist eine Sache. Doch dabei werden Sie nichts über Land, Leute und die Lebensweisen im thailändischen Königreich erfahren. Eine Reise ins kulturelle Herz des Landes hingegen ist ungemein bereichernd, wenn Sie Ihren Blickwinkel und Horizont erweitern wollen.


Warum ‘Rose des Nordens’?

Chiang Mai wird gerne als “Rose of the North” bezeichnet, weil die Stadt für ihre kulturellen Schätze, aber auch für ihre landschaftlichen Besonderheiten bekannt ist. Der bezaubernde Beiname leitet sich von der Metapher einer Rose ab, die mit natürlicher Schönheit assoziiert wird. Tatsächlich liegt die Stadt in einer wunderbaren Umgebung mit einer malerischen Landschaft aus Bergen, Flüssen und üppiger Vegetation.

Zudem hat Chiang Mai eine reiche Geschichte und eine tiefe Verbindung zur thailändischen Kultur und Religion. Die Tempelstadt ist berühmt für ihre historischen “Wats”, über die Sie gleich mehr erfahren werden.

Außerdem tragen die sorgfältig erhaltenen Traditionen, die faszinierende Lanna-Architektur, die entspannte Lebensweise und die vielen kleinen und coolen Shops zur ständig steigenden Wertschätzung dieser Stadt bei.


Kurzgeschichte von Chiang Mai

Chiang Mai (“Neue Stadt”) wurde 1296 im bergigen Norden Thailands am Fuße des heiligen Berges Doi Suthep von König Mengrai gegründet. Anschließend war sie die Hauptstadt und das kulturelle Zentrum des nordthailändischen Königreichs Lanna, das seine Blütezeit im 15. Jahrhundert erlebte. Hier im Bild: der Wat Chedi Luang in der Altstadt, der unter der Regentschaft von König Tilokoraj (1441-1487) errichtet wurde.

Das ehemalige Lanna-Königreich grenzte im Westen an Burma (heute Myanmar), im Norden an China, im Osten an das Khmer-Reich Angkor (heute Kambodscha) und im Süden an Siam (heute Thailand).

Chiang Mai war die wichtigste Handelsstadt zwischen Südchina und den Seehäfen von Burma und wurde daher häufig von seinen Nachbarn angegriffen. Tatsächlich geriet die Stadt ab 1558 für mehr als 200 Jahre unter burmesische Kontrolle, bevor sie 1776 von König Taksin erobert wurde. 1899 wurde sie in den thailändischen Zentralstaat integriert. Heute ist Chiang Mai die größte Stadt in der Nordregion mit rund 130.000 Einwohnern.

Sie ist auch eine Universitätsstadt.

Dank der über 60.000 Studenten, jungen Akademiker und Künstler hat sich Chiang Mai einen Ruf als besonders kreative Stadt erworben und wird deshalb gerne als “Hipster-Metropole” bezeichnet. Mehr als in anderen thailändischen Städten gibt es hier kleine Kunstgalerien,  Secondhand-Läden, Märkte aller Art und alternativ angehauchte Cafés.

Diese gruppieren sich vor allem rund um die Nimman Road, die schon seit Jahren als das “Künstlerviertel” gilt.

Die Besonderheit: Trotz der Entwicklung zu einer modernen Großstadt hat sich Chiang Mai eine eigene Integrität, ihre Tradition und ganz typische Architektur bewahrt.


Top-Attraktionen auf einen Blick


Die Stadt Chiang Mai ist berühmt für ihre atemberaubenden Tempel, die ein faszinierendes Zeugnis der reichen thailändischen Kultur und Geschichte darstellen.


Chiang Mais Tempelpracht

Von glitzernden goldenen Spitzen bis hin zu kunstvoll geschnitzten Holzstrukturen bieten die Tempel von Chiang Mai eine eindrucksvolle Vielfalt an architektonischen Stilen und religiösen Artefakten.

Im Laufe der Jahrhunderte haben Mönche und Künstler diese heiligen Stätten geschaffen und mit Skulpturen und Malereien ausgeschmückt, um den Buddhismus in seiner ganzen Pracht zu zelebrieren. Unbedingt sehen sollten Sie:

WAT DOI SUTHEP
Der königliche Tempel  Wat Phra That Doi Suthep befindet sich rund 15 km westlich von Chiang Mai an den Hängen des Berges Doi Suthep.

Die Bezeichnung Phra That weist darauf hin, dass es ein Aufbewahrungsort einer Buddha-Reliquie ist. Die ist einer der bedeutendsten und eindrucksvollsten Tempel in Chiang Mai, deshalb widme ich ihm einen eigenen Bericht:

⇒ Heiliger Bergtempel: “Wat Phra That Doi Suthep”


WAT UMUNG
Kaum jemand kennt ihn, dabei ist dies für mich mit Abstand der originellste “Wat” in Chiang Mai. Hierbei handelt es sich um einen “Tempel im Tunnel”. Ja, Sie haben richtig gelesen!

Wer sich auf einen Spaziergang durch das unterirdische System begibt, erlebt einen “Wow”-Moment.

Der Wat Umong wurde Ende des 13. Jahrhunderts von König Mengrai, dem Gründer von Chiang Mai, in Auftrag gegeben, und dazu gibt es eine ganz eigene, hochinteressante Geschichte.  Deshalb hat diese Tempelanlage ebenfalls einen separaten Bericht verdient:

Wat Umong: “Tunnel-Tempel” von Chiang Mai


Weitere sehenswerte Tempel:

In der Altstadt erhebt sich der bereits zuvor erwähnte, uralte Wat Chedi Luang

Wat Phra Singh: Seine besondere Bedeutung erhält der Tempel durch seine Buddha-Statue

Besuchen Sie auch den “Silbertempel” Wat Sri Suphan, der innen und außen ganz aus Silber ist!

⇒  Top 5-Tempel: “Wat”-Wunder in Chiang Mai (coming soon!)


Chiang Mais “Verlorene Stadt”

Ich wette, Sie haben noch nicht von “Lost City” gehört – selbst wenn Sie Chiang Mai schon mal besucht haben. Auch ich habe nur zufällig davon gehört. Es handelt sich hier um eine faszinierende archäologische Stätte in der Nähe von Chiang Mai, die Einheimische nur als “Wiang Kum Kam” kennen.

Die antike Stadt war einst die Hauptstadt des Königreichs Lanna, bevor sie im 13. Jahrhundert aufgegeben wurde und für Jahrhunderte im Dschungel verschwand. Heute ist die Anlage ein historisches Juwel, das Besuchern faszinierende Einblicke in die Historie Nordthailands gibt.

⇒ Chiang Mais antike Stadt: Schätze in “Lost City” (coming soon!)


Die Altstadt von Chiang Mai

Das historische Viertel ist ein lebendiges Zeugnis der reichen Geschichte der Region. Ein Spaziergang durch die gepflasterten Straßen enthüllt die Schönheit vergangener Epochen. Beeindruckend: Das “Three Kings Monument”.

Es steht auf einer Verkehrsinsel an der Kreuzung der Straßen Prapokklao Road und Inthawarorot Road und ehrt die drei Könige, die einst für die Gründung von Chiang Mai und die Entstehung des Königreichs Lanna verantwortlich waren: König Mengrai, König Ramkhamhaeng und König Ngam Muang.


Ursprung der Stadtmauer

Die “Old Town” ist von einer hohen, rechteckigen Stadtmauer umgeben, die einst als Verteidigungssystem diente. Alle Stadttore und Zitadellen sind erhalten bzw. rekonstruiert worden und schützen heute das historische Erbe der Altstadt.

Die imposante Befestigungsanlage wurde im 13. Jahrhundert von König Mangrai erbaut, dem Gründer des Königreichs Lanna. Ursprünglich diente  sie dazu, die Stadt vor feindlichen Angriffen zu schützen.

Vier prächtige Steintore sind Zeugen jener Zeit und führen uns direkt in die Altstadt, die man aus allem vier Himmelsrichtungen begehen kann.

Tha Phae Gate im Osten (“Tor zum Floßanleger”), Chang Puak Gate im Norden (“Tor des weißen Elefanten”), Suan Dok Gate im Westen (“Blumengartentor”) und Chiang Mai Gate im Süden, das ehemalige Haupttor.

Innerhalb dieser Mauern erstreckt sich ein Labyrinth aus verwinkelten Gassen, bunten Tempeln, traditionellen Holzhäusern und lebendigen Märkten. Alleine in der Altstadt befinden sich über 30 kleine und größere buddhistische Tempel. Die wichtigsten “Wats” habe ich ja schon erwähnt.


Umliegende Wasserstraßen

Die Altstadt von Chiang Mai ist von einem Netzwerk von Kanälen umgeben. Ebenso wie die Stadtmauern dienten die Wassergräben als Schutz gegen Angriffe, aber auch um die Stadt mit Wasser zu versorgen.

Die Kanäle waren Teil eines ausgeklügelten Bewässerungssystems, das die landwirtschaftliche Entwicklung der Region unterstützte. Obwohl viele der Wasserläufe im Laufe der Zeit zugeschüttet wurden, sind einige noch immer sichtbar und tragen zur einzigartigen Atmosphäre der Altstadt bei.


Der Nachtmarkt von Chiang Mai

Das Gebiet östlich der Altstadt ist vom allabendlichen “Night Bazaar” geprägt. Er ist eine der wichtigsten Touristenattraktionen der Stadt und ein Paradies für Kunstliebhaber, Schnäppchenjäger und Foodies.

Nach Einbruch der Dunkelheit ist auf Chiang Mais Nachtmarkt besonders viel los und die Restaurants füllen sich schnell. Deshalb am besten erst etwas essen, und dann ausgiebig Souvenir-Shoppen gehen!

Nirgendwo sonst in Thailand habe ich je ein solch’ großes und attraktives Warenangebot gesehen, wie hier. Abgesehen mal vom typischen Touristen-Schnickschnack wie Kleidung, Schuhe, Silberschmuck und den üblichen Souvenirs, sei besonders das traditionelle Kunsthandwerk erwähnt.


Handwerk & “Handicraft Highway”

In einer Spezialhalle für Handarbeit gibt’s eine Fülle von authentischen Produkten, die die kulturelle Schönheit Thailands widerspiegeln. Dazu muss man wissen: Chiang Mai ist das Zentrum des thailändischen Kunsthandwerks.

Insbesondere die Holzverarbeitung (filigrane Holzschnitzereien), die Textilherstellung (vor allem Produkte aus Thai Seide) und die Produktion von Jadeschmuck sind wichtige Zweige der Wirtschaft.

Nicht zu vergessen sind Haushaltswaren, Besteck und Dekoartikel aus kunstvoll gehämmertem Metall oder Reliefs aus gebürstetem Silber.

Falls Sie es noch nicht wussten: Es gibt in Chiang Mai sogar einen “Handicraft Highway” – die “Straße der Handwerkskunst”. Rund 16 Kilometer lang ist die Strecke zwischen Chiang Mai und San Kamphaeng im Norden Thailands.

Die “Street 1006” kann man problemlos mit dem Auto, Taxi oder Bus abfahren. Deshalb ist mein Tipp: Planen Sie hierfür auf jeden Fall einen Halbtagesausflug ein.

Denn am Wegesrand finden Sie mehrere Kunsthandwerksstätten, wo man die Entstehung und die traditionellen Techniken thailändischer Handarbeit bestaunen kann. Hierzu habe ich einst diesen Artikel auf Thaizeit.de verfasst.


Beste Reisezeit & Wetter

Die schönste Zeit für einen Urlaub ist von November bis April. 

Dieses Foto entstand anläßlich des “Chiang Mai Flower Festivals” im Februar – meine präferrierte Saison, da alles üppig grünt und blüht.

Zwischen Mai und Oktober muss man mit der in Thailand typischen Regenzeit rechnen – ähnlich wie in der Andaman-Region im Süden Thailand (Phuket, Phang Nga, Krabi, Khao Lak). Aber: Die Mitte des Jahres ist für eine Reise in den Norden noch empfehlenswert, insbesondere für Budget-Reisende. Denn dann sinken die Preise deutlich und das bisschen Regen ist auch nicht der Rede wert. Meist wird die Region erst Nachts von Schauern heimgesucht. Merke: Der meiste Niederschlag fällt zwischen August und September.


Fazit: Idealerweise planen sie für Chiang Mai 4 Nächte und 5 Tage ein. Somit haben Sie ausreichend Zeit, die hier aufgeführten Sehenswürdigkeiten in Ruhe zu erkunden und einen guten Eindruck von der Stadt und ihrer Umgebung zu bekommen. Ich wünsche Ihnen einen tollen Aufenthalt im Norden von Thailand!


Redaktion & Fotos: © Nathalie Gütermann & Jörg Baston


Lesen Sie mehr über dieses interessante Thema:

Alle Chiang Mai Berichte im Überblick

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