Bangkoks Hotel-Juwelen: ‘The Siam’ am Fluss

‘The Siam’ ist eines jener Häuser in Bangkok, das sich vom ersten Augenblick an von der Masse abhebt. Abseits des Stadttrubels, direkt am Chao Phraya Fluss und mitten im historischen Königsviertel Dusit gelegen, entfaltet dieses Boutiquehotel seinen ganz eigenen Zauber. Es gehört zu den „Small Luxury Hotels of the World“ und ist ein Schmuckstück im Portfolio der thailändischen Hotelierfamilie Sukosol.
Entworfen vom gefeierten Designer Bill Bensley, verbindet das Haus kolonial inspirierte Art-Déco-Elemente mit schwarz-weißer Eleganz, tropischer Opulenz und echten Antiquitäten. Besonders bemerkenswert: jede Ecke erzählt eine Geschichte, und es ist das einzige Hotel in Bangkok, das private Poolvillen mit eigener Dachterrasse bietet.

Schon beim Betreten dieses urbanen Refugiums wird klar: The Siam ist kein klassisches Stadthotel. Kein hektischer Check-in, keine standardisierte Rezeption, keine Lobby nach Schema F. Stattdessen: ein elegantes Gegenmodell zur geschäftigen Metropole vor der Tür – geführt wie ein Privathaus, mit persönlichem Butler-Service und einer Atmosphäre, die sich wie ein wohltuend abgeschirmter Mikrokosmos anfühlt.

Und genau darin liegt die Magie dieses Hauses. The Siam ist kein Teil der üblichen Hotelmaschinerie, sondern ein diskretes Hideaway mit nur 39 Suiten und Poolvillen – und das inmitten der pulsierenden Millionenstadt. Aber sehen Sie selbst…


“The Courtyard”

Die zentrale Lobby-Lounge ist einer der markantesten Orte in dieser Unterkunft. Steinfliesen im Schachbrettmuster, üppige Hängefarne, elegante Rattanmöbel und eine lotusförmige Wasserinstallation in der Mitte prägen diesen offenen Innenhof.

Opulente und dekorative Art-Déco-Elemente, wohin man blickt. Ich selbst bin ein Fan dieser Epoche, weil sie eine Raffinesse ausdrückt, die in der heutigen Hotellerie nur noch selten zu finden ist.

Beim Willkommensdrink lasse ich den Innenhof erst einmal voll und ganz auf mich wirken. In jeder Perspektive zeigt sich, wie konsequent die Handschrift des berühmten Hoteldesigners Bill Bensley durch alle Bereiche des Hotels führt – im engen Austausch mit dem Besitzer Krissada Sukosol Clapp, der ihn bewusst für dieses Projekt ausgewählt hat. Auf “Kriss” komme ich gleich noch zu sprechen.

Bill Bensley zählt zu den renommiertesten und meistprämierten Hotel-Designern der Welt. Der US-Amerikaner, der in Bangkok lebt, hat über 200 Hotels in mehr als 30 Ländern gestaltet – Erlebniswelten, die weit über klassische Inneneinrichtung hinausgehen. Ich habe seine Handschrift bereits im The Slate auf Phuket und im “Zughotel” InterContinental Khao Yai erlebt. Doch The Siam ist ein Kapitel für sich.

Schon vor dem Hauptportal werde ich herzlich empfangen – von Khun Nawee, dem langjährigen Hotelmanager. Wir kennen uns seit der Hoteleröffnung im Juni 2012, und ich freue mich ehrlich über das Wiedersehen. Er versteht es wie kaum ein anderer, auf die Wünsche anspruchsvoller Gäste einzugehen – und teilt mit mir viele spannende Details über das Anwesen, die ich in diesem Bericht gern weitergebe.

Unter Nawees Leitung ist ein Team gewachsen, auf das er mit Recht stolz sein kann. Besonders hervorzuheben: der Butler-Service, der während des gesamten Aufenthalts diskret und zuverlässig im Hintergrund agiert. Uns wird Khun Zul zugeteilt, ein charmanter junger Mann mit einem feinen Gespür dafür, wann er präsent sein muss.


The Story House

Wir beginnen unseren Aufenthalt mit einer Führung durch das Haus, das Bill Bensley als „part hotel, part museum, part resort“ bezeichnet. Obwohl die Epoche von König Chulalongkorn (Rama V.) zeitlich vor dem Art Déco liegt, kombiniert The Siam beide Welten auf stilvolle Weise.

Das Ergebnis wirkt tatsächlich wie ein Gesamtkunstwerk, das modernes Design und Antiquitäten sowie historische Anklänge an Thailands „grand era“ geschickt miteinander verquickt. Nicht umsonst wird der Flügel, der sich direkt hinter der Lobby befindet, “The Story House” genannt.

Ein Teil des Konzepts ist dieses Restaurant. Es umfasst mehrere ineinander übergehende Räume, die jeweils ein eigenes Interieur besitzen – mal hell und grafisch, mal warm und salonartig.

Hier wird von 12:00 bis 17:00 Uhr auch der Afternoon Tea serviert, der im The Siam besonders stilvoll zelebriert wird – inspiriert vom legendären Ritz Hotel in London, jedoch mit einer eigenen, modernen Note. Besonders gemütlich sind die dazugehörigen Lounges,…

… wo wir  Trüffel-Ei-Sandwiches, Krabben-Quiche, Peking-Duck-Rolls sowie Tartes aus Chiang Mai-Schokolade genießen. Abends lockt die Bar mit kreativen Drinks und exotischen Cocktails, die uns ein ausgebildeter Mixologist kredenzt. Man beachte neben den Ledersesseln auch die ungewöhnlichen Sitzgelegenheiten in der angrenzenden Glasveranda!

Ja genau… – ich meine die Tigersitze, die übrigens überraschend bequem sind. Diese außergewöhnlichen Objekte verleihen dem Restaurant- und Barbereich einen sehr individuellen Charakter. Überall bleibt man neugierig stehen… oder eben auch sitzen…, weil das Auge ständig Neues entdeckt.

Und weiter geht’s mit unserer Entdeckungsreise durch verschiedene Räumlichkeiten.  Dieser Salon in “The Story House”  ist eine Mischung aus privatem Esszimmer und historischem Sammleratelier. Ideal für private Runden.

Die Tür nebenan führt in einen bewusst klein gehaltenen Raum mit “Wohnzimmer-Atmosphäre”, der gerne für vertrauliche Gespräche oder private Meetings genutzt wird.

Ein Konferenzraum der etwas anderen Art, wie man ihn in einem modernen Stadthotel kaum erwarten würde.


Atrium & Antiquitäten

Von den Restaurant-Salons aus führt ein heller, kerzengerader Korridor in den historisch geprägten Teil des Hotels. Sofort verändert sich die Atmosphäre: weniger verspielt, deutlich musealer. Für uns beginnt an dieser Stelle das eigentliche “Story House”. Ich meine nicht das zuvor erwähnte Restaurant, sondern einen ganzen Flügel voller visueller Geschichten.

Zunächst durchschreiten wir dieses beeindruckende Atrium, das Bill Bensley als grüne Oase inszeniert hat. Hohe Palmen, üppige Farne und stille Wasserflächen bilden einen interessanten Kontrast zur klaren, weißen Architektur.

Und hier, hinter dem Atrium, entfaltet sich die Philosophie des Besitzers und Kreativdirektors Krissada Sukosol Clapp besonders deutlich. Über mehrere Räume hinweg hat er wesentliche Teile seiner privaten Antiquitäten-Sammlung untergebracht. Kostbare Kunstobjekte, die er über viele Jahre zusammengetragen hat.

Zum besseren Verständis sollte man Krissadas Hintergrund kennen: Der Sohn eines amerikanischen Vaters und der bekannten thailändischen Sängerin und Unternehmerin Kamala Sukosol entstammt einer Familie, die seit Generationen in der Hotel-, Musik- und Kreativbranche verwurzelt ist.

“Kriss”, so sein Spitzname, studierte Anthropologie an der Boston University, gründete später eine eigene Rockband, arbeitete erfolgreich als Schauspieler – und entwickelte schließlich die Vision für “sein” Siam: Auf dem geerbten Flussgrundstück wollte er ein Haus schaffen, das Gäste nicht nur empfängt, sondern berührt, inspiriert und unterhält.

Gleichzeitig suchte er einen Ort für seine stetig wachsende Kollektion echter Antikwaren. Als er auf Bill Bensley traf, wurde schnell klar, dass beide die gleiche visuelle Sprache sprechen. Gemeinsam entwickelten sie das Konzept eines Boutiquehotels, das heute mehr als 25.000 Antiquitäten beherbergt.

Religiöse Objekte stehen neben modernen Designstücken und historischen Möbeln. Ein Hingucker: Diese Figur unten zählt zu den ältesten Exponaten des Hauses. Stilistisch erinnert sie mich an chinesische Arbeiten mit Einflüssen aus der Ming-Dynastie.

Auch bei dem folgenden Objekt spürt man Krissadas Faible für vergangene Epochen. Die kunstvolle Pferdekutsche gehört zu den spektakulärsten Stücken im Haus und verweist auf das alte Siam in der Vorkriegszeit.

Unter den vielen historischen Objekten tauchen immer wieder Stücke auf, die man hier nicht erwarten würde. So wie dieses alte Spielzeugauto, das einen überraschenden Kontrast zu den ansonsten eher klassischen Exponaten bildet.

Unwillkürlich stelle ich mir ein Kind vor, das hier einmal fröhlich im Kreis gefahren ist und das Auto dann kurzerhand „geparkt“ hat. Nebenan werfen wir noch einen Blick in eine der vielen Vitrinen, die mit alten Büchern und den kuriosesten Fundstücken bestückt sind.

Ein weiterer Blickfang: Dieses Grooming-Set aus der Zeit der großen Dampfschifffahrten – fein gearbeitet, mit Griffen aus Knochen und kleinen Dosen aus Metall. Im Hintergrund, im aufgeklappten Bildband: ein Koffer aus dem goldenen Zeitalter des Reisens.

Wer in diesem Hotel wohnt, dem wird jedenfalls ganz bestimmt nicht langweilig. Man kann stundenlang durch die Räume streifen, schauen und staunen!


Bibliothek & Kinosaal

Da The Siam bewusst wie das Domizil eines wohlhabenden Privatmannes konzipiert wurde, gibt es auch eine Bibliothek und sogar ein eigenes Kino, zu dem jeder Gast Zugang hat.

Im Leseraum schaffen zahlreiche Art-Déco-Sessel und die offenen Bücherregale mit spannenden Werken eine Atmosphäre, in der man sich sofort niederlassen möchte. Uns faszinieren vor allem die historischen Dokumente, alte Briefe und Karten sowie ethnografische Souvenirs.

Und sehen Sie sich mal die Linien auf dem Boden an! Sie wirken wie eine ausgerollte Filmrolle – und das ist kein Zufall.

Denn dieser Weg führt uns direkt von der Bibliothek hinein in das kleine Heimkino.

Staunend steht man da… mitten in einem Mini-Filmset. Alte Projektoren, legendäre Filmplakate und nostalgische Kinosessel machen aus einem ganz normalen Zimmer einen coolen Kinosaal im Retrostil. Sogar E.T. läßt grüßen….

Bequeme Sitzsäcke, ein kuscheliges Sofa und stimmungsvolle Studiolichter schaffen ein Setting, in dem man am liebsten sofort Popcorn bestellen und den nächsten Klassiker starten möchte.  Und genau das kann man hier auch: Eine beachtliche Auswahl an Filmen steht bereit.

Ganz am Ende des Ganges entdecken wir noch diesen stattlichen Billardtisch. Jörg kann es sich nicht verkneifen, eine schnelle Partie anzuspielen und ein paar Kugeln zu versenken.


Unsere Pool Villa

The Siam ist kein Kettenhotel, sondern ein intimes Retreat. Insofern gibt es nur 39 Suiten. Ein großer Teil der großzügigen, bis zu 100 m² großen Zimmer liegt beidseitig oberhalb des lichtdurchfluteten Atriums.

Doch wir vom Thailand-Lifestyle-Team wollten diesmal etwas ganz Besonderes ausprobieren – und Lifestyle pur erleben. Und genau das ist in diesem Haus möglich. Denn The Siam besitzt etwas, das viele Luxushotels in Bangkok nicht bieten können: Pool-Villen direkt am Fluss! Und noch etwas macht den Aufenthalt außergewöhnlich: der integrierte Butler-Service.

Unser „guter Geist“ Zul erwartet uns bereits mit einem Lächeln. Nicht, weil wir ihn ständig brauchen würden, sondern weil sich in einem Anwesen mit so vielen liebevollen Besonderheiten eben doch immer wieder Fragen ergeben.

Die Villen selbst sind wie kleine Stadthäuschen arrangiert: abgeschirmt, von immergrünen Pflanzen eingerahmt und wunderbar privat. Diese versteckten Hideaways sind es, die dem Siam einen unverwechselbaren Resort-Charakter verleihen. Etwas, das man sonst nur von den Inseln kennt.

Sobald wir das schwere Holzportal öffnen, betreten wir ein eigenes kleines Universum. Der Patio – halb drinnen, halb draußen – mit Lounge-Mobiliar und privatem Pool, ist einer dieser Orte, an denen man mühelos die Zeit vergisst. Und innen? Unsere Suite fühlt sich eher wie ein privates Apartment an als wie ein gewöhnliches Hotelzimmer.

Hohe Decken und großzügige Proportionen schaffen eine Atmosphäre, in der man sich sofort wohlfühlt – und am liebsten gaaanz lange bleiben möchte. Alles ist bis ins Detail durchdacht. Selbst die kleine Broschüre auf dem Tisch,  mit Empfehlungen zu Aktivitäten und Ausflügen in die nähere Umgebung.

Doch das ist erst der Auftakt. Ein Blick ins Badezimmer – wobei „Zimmer“ eine Untertreibung wäre. Dieser Raum erinnert eher an einen Badetempel. Besonders ins Auge fallen die massiven, goldenen Waschschalen, als hätte man sie aus den 1920er-Jahren hinübergerettet.

Alles wirkt so, als hätte der Designer die Eleganz der Art-Déco-Epoche behutsam in die Moderne übersetzt. Typisch Bensley!

Ein paar Stufen hinunter – und wir stehen wieder draußen im Patio. Dieser halboffene Wohnraum verbindet Innen und Außen so harmonisch, dass man kaum sagen kann, wo das eine endet und das andere beginnt. Wäre da nicht der private Pool dazwischen.

Die überdachte Lounge mit dem Himmelbett ist mein absoluter Lieblingsplatz. Hier kann man regelrecht versinken, im Schatten dösen oder einfach nur dem Plätschern des Pools lauschen.

Und als wäre das nicht schon Luxus genug, wartet noch ein weiterer Höhepunkt auf uns – im wahrsten Sinne des Wortes. Über eine Wendeltreppe gelangt man hinauf auf das Rooftop unserer Poolvilla: eine private Dachterrasse nur für uns allein.

Zwei Liegen, ein Sonnenschirm und viel Himmel – mehr braucht es nicht, damit die Welt in Ordnung ist. Ein perfekter Ort für den ersten Kaffee am Morgen, wenn die Sonne langsam die Auflagen erwärmt. Oder für ein paar stille Minuten zwischen zwei Poolgängen – unten im eigenen Plunge Pool.

Natürlich gibt es auf dem weitläufigen Gelände auch einen Hauptpool. Er liegt direkt am Flussufer und ist ebenfalls ein „great place to relax“, wie uns Butler Khun Zul beim ersten Rundgang augenzwinkernd verriet.

Und genau dorthin zieht es uns jetzt. So sehr wir die Privatsphäre unserer Villa auch genießen – irgendwann verspüren wir den Wunsch nach einem kühlen Drink und einem Snack an der Poolbar. Und die liegt nur wenige Schritte von unserem “Heim” entfernt.


Der Pool

Was diesen Ort besonders macht, ist nicht nur das Design, sondern seine Lage.

Wer auf einer der gemütlichen Liegen ruht, blickt direkt auf den breiten Chao Phraya River. Hin und wieder tuckert ein Fischerboot vorbei – doch dank der niedrigen Brücken in diesem Abschnitt bleibt man von den lauten Partybooten verschont, wie man sie von anderen Flusshotels kennt.

Und so lässt sich der Tag hier im The Siam in aller Ruhe am Wasser verbringen – ob mit einem Buch in der Hand oder einem leichten Snack auf den großzügigen Daybeds der Bathers Bar.  Snack und Drinks werden von 7:00 Uhr bis 19:00 Uhr serviert.

Der Pool ist mit seiner perfekten Symmetrie ein Lieblingsmotiv für Designfans und Instagrammer. Doch er ist nicht nur fotogen, sondern auch funktional. Jedenfalls lang genug für ein paar sportliche Bahnen.

Einen „Handtuchkrieg“ wie in so manchem Pauschalhotel gibt’s hier zum Glück nicht. Liegenreservieren ist tabu, und Platz gibt es ohnehin genug.


Opium Spa & Heilige Tattoos

Ein Ort mit dem Namen Opium Spa hört sich sehr mystisch an, oder? Und das ist er auch. Das Erlebnis hält jedenfalls, was der Titel verspricht: ein „high“ an Ruhe, das ganz ohne Rausch auskommt und dennoch tief wirkt.

Im Herzen des Hotels  öffnet sich ein veritabler Marmorpalast mit Mosaiken, Brunnen, Loungebetten und dem wunderbaren Duft ätherischer Öle.

Das Menü reicht von klassischen Massagen über luxuriöse Sodashi-Behandlungen bis hin zu mehrtägigen Detox- oder Beauty-Retreats. Die verwendeten Produkte sind rein pflanzlich und wirken nicht nur auf die Haut, sondern auch auf den Geist. “High performance” – in jeder Beziehung.

Nach der Massage serviert mir das Team einen wohltuenden Kräutertee, begleitet von der Frage: „Möchten Sie noch einmal wiederkommen?“ Nun, wer einmal hier war kommt garantiert wieder. Auch ich!

Von meiner Therapeutin erfahre ich, dass es im Siam auch Rückzugsorte der ganz andererem Art gibt. Nämlich Angebote, die vor allem bei männlichen Gästen beliebt sind.

So verfügt das Hotel tatsächlich über einen eigenen Muay Thai Boxring – der erste professionell ausgestattete seiner Art in einem Luxushotel in Bangkok. Sowohl Anfänger als auch Fortgeschrittene finden hier ideale Bedingungen für ein Training mit Privatcoach. Und wer seinem Aufenthalt zusätzlich eine tiefere, spirituelle Bedeutung verleihen möchte…,

… kann sich im hauseigenen Sak Yant Studio ein heiliges Tattoo stechen lassen – in einem eigens geweihten Raum und unter der Leitung eines erfahrenen Ajarn (Meisters). Die Sak Yant-Symbole gelten in Thailand als Schutzzeichen und werden nach jahrhundertealter Tradition von Hand gestochen. Natürlich unter modernen Hygienestandards.


 Thompson Shop & Bensley Galerie

Ich sag’s ja: The Siam ist nicht einfach ein Hotel – es ist ein Erlebnisort. Wer glaubt, man könne hier nur in seiner Villa chillen, am Pool räkeln, Billard spielen oder ins Spa abtauchen, der irrt.

Neben Besuchen in der Bibliothek oder im Kino kann man auf dem Siam-Gelände auch stilvoll shoppen gehen. Im Erdgeschoss eines eleganten Teakholzhauses befindet sich ein exklusiver Jim Thompson Store.

Hier gibt es feinste Schals, edle Taschen, bunte Tücher und Wohnaccessoires aus Thai Seide – alles, was das Herz von Shopaholics höherschlagen lässt. Wer etwas mitnehmen möchte, das man nirgendwo sonst bekommt, wird hier garantiert fündig.

Weiter geht’s auf der Treppe nach oben. Dort, im zweiten Stock des Hauses, ist die Bensley Gallery untergebracht. Hier zeigt der Stardesigner eine ganz andere Seite von sich, nämlich als Illustrator und Maler.

Bill Bensley begann das Malen während der Corona-Pandemie und schuf seither eine Vielzahl knalliger, verspielter, oft politischer Werke. Sein Stil? Irgendwo zwischen Comic, Surrealismus und Satire.

Wer also geistige Anregung sucht, findet in diesem kleinen Kunsthaus reichlich Stoff – nicht nur in Bildern, sondern auch in Bensleys großformatigen Bildbänden.

In seinem neuesten Coffeetable Book „More Escapism“ – sinngemäß „Noch mehr Traumfluchten“ – stellt der exzentrische Designer zwölf seiner außergewöhnlichsten Projekte weltweit vor:  Resorts, Hotels und Gärten, die allesamt preisgekrönt sind. Die opulente Monografie spiegelt eindrucksvoll seine Maxime wieder: „Je verrückter, desto besser.“

“Escapism” mit gutem Gewissen! Der gesamte Erlös fließt ausschließlich in wohltätige Projekte.


‘Chon’ Thai Restaurant

Das Chon Thai Restaurant zählt für mich zu den bemerkenswertesten Adressen für Thai-Küche in Bangkok. Nicht nur wegen der feinen, authentischen Gerichte, sondern vor allem wegen seines außergewöhnlichen Rahmens:

Das Lokal ist in drei über hundert Jahre alten Thai-Teakholz-Häusern untergebracht, die zu den wenigen original erhaltenen Bauwerken dieser Art in der Hauptstadt gehören.  Wie überall im The Siam steckt auch hinter diesem Ort eine Geschichte – und weil die so besonders ist, habe ich dem Restaurant einen eigenen Beitrag inklusive Bildergalerie gewidmet.

⇒ Top-Tipp im Siam: ‘Chon Thai Restaurant’


Sunset auf dem Steg

Bevor wir uns zum Dinner ins Chon begeben, gönnen wir uns das, was im Siam vielleicht am allerschönsten ist: ein Cocktail auf dem Pier, auf einer hölzernen Plattform direkt über dem Chao Phraya Fluss.

Palmen rahmen das Ensemble aus modernen Gebäuden und den alten Teakhäusern ein, und alles, was man hört, sind nur die Wellen, die leise unter den Planken schlagen. Kaum zu glauben, dass wir uns hier mitten in einer Millionenmetropole befinden.

Die Lounge auf dem Holzdeck ist der ideale Platz, um bei einem Cocktail dem Tag nachzuspüren. The Pier hat täglich ab 17 Uhr geöffnet – und hier, ebenso wie im Chon Thai Restaurant, sind auch auswärtige Gäste willkommen.

Wer möchte, nutzt während der Happy Hour das hauseigene Shuttleboot, das zu den schönsten Orten am Fluss fährt: zum Großen Palast und seinen Tempeln, ins Shoppingcenter Icon Siam oder ins nahegelegene Chinatown.

Wir entscheiden uns für Letzteres, schlendern durch das Gewirr aus Garküchen und Lichtern im hektischen Chinesenviertel. Doch irgendwann wird’s uns einfach zu bunt. Am schönsten ist es doch, wieder am Pier des Siam Platz zu nehmen, sich zurückzulehnen und die Stille zu genießen.

Was sich dort im letzten Licht des Tages zeigt, ist eine Szenerie, die die Magie dieses Ortes perfekt einfängt.

Sicherlich: In Bangkok gibt es viele außergewöhnliche Hotels, und jedes trägt seine eigene Handschrift. Doch dieses hier nimmt in unserer Lifestyle-Sammlung eine Sonderstellung ein.

Unser Fazit:

The Siam ist kein Hotel, das sich in eine Schublade stecken lässt. Es ist ein architektonisches Statement, geprägt von Bill Bensleys Design und getragen von der persönlichen Vision des Gastgebers Krissada Sukosol Clapp. Seine Antiquitäten und Kunstobjekte in ungewöhnlich großzügigen Räumen schaffen ein Umfeld, das mehr bietet als nur den Komfort eines luxuriösen Stadthotels.

Wer also individuellen Charme, Abgeschiedenheit und absolute Ruhe in Bangkok schätzt, findet hier einen Ort, der sich tief ins Gedächtnis schreibt – gerade weil er sich jeder Erwartung entzieht. 


© Text: Nathalie Gütermann. Fotos: Nathalie Gütermann & Jörg Baston


Weitere interessante Berichte zum Thema:

⇒ Top-Tipp: Chon Thai Restaurant

Weitere interessante Berichte über “Bill Bensley Designhotels”:

⇒ The Slate, Phuket
⇒ “Zughotel”, Khao Yai

Information


Transport / Anreise


Für Gäste des Hotels oder auswärtige Gäste, die im Chon Restaurant speisen möchten, steht ein Shuttle-Boot zur Verfügung. Eine Reservierung über den Butler oder die Rezeption ist obligatorisch. Buchungen über Tel: +66 2206 6999.

Natürlich kann man auch mit dem Taxi anreisen. Das Hotel befindet sich im Dusit-Viertel, ganz in der Nähe des  “Grand Palace” und Vimanmek-Palast.


Management


Im Hintergrund agiert die Besitzerfamilie Sukosol Clapp.

Generalmanager:
Seit Nick Downing im Juli 2025 ins ‘The Langham Custom House’ gewechselt ist, das Mitte 2026 eröffnet wird (ebenfalls am Fluss), hat Syahreza Ishwara die Rolle als Hoteldirektor im The Siam übernommen.

Hotelmanager:
Nawee Wattanasongsuit kennt das Haus wie seine Westentasche, denn er ist von Anfang an dabei – seit der Eröffnung des Hotels im Jahre 2012. Er ist auch für den VIP- und Butlerservice zuständig.

Webseite: https://www.thesiamhotel.com/

Adresse: THE SIAM
3/2 Thanon Khao, Vachirapayabal,
Dusit, Bangkok 10300, Thailand

Telefon: +66 2206 6999

Email: info@thesiamhotel.com

Lage: Dusit Viertel, direkt am Chao Phraya Fluss

Flughafen/Pier: "The Siam Pier"

Preisniveau: €€€€€

Öffnungszeiten: Ganzjährig geöffnet

Küche: Thai, International, Afternoon Tea