Krabi Ausflugsziel: Das “Tigerhöhlen-Kloster”

❂ Ein wenig Krabi-Kultur gefällig? ❂ Die Provinz in Südthailand ist nicht nur zum Baden, Klettern oder Tauchen da. Auch für kulturell Interessierte hat die Gegend viel Interessantes zu bieten. Wie wär’s zum Beipiel mit dem Besuch eines Tempels, der “Tigerhöhlen-Kloster” genannt wird? Raubkatzen gibt’s zwar nicht, aber dafür andere Sehenswürdigkeiten. Und so bat ich meinem Taxifahrer auf dem Weg nach “Krabi Town”, eine kleine Pause in dem sagenumwobenen Waldstück einzulegen.

Im Herzen der malerischen Provinz Krabi, umgeben von üppigem Grün und einer beruhigenden Atmosphäre, liegt das faszinierende Waldkloster “Wat Tham Suea”. Im Englischen spricht man vom “Tiger Cave Temple”, auf Deutsch “Tigertempel” oder – um ganz genau zu sein: “Tigerhöhlen-Kloster”.

Nathalie im "Tigerhöhlen-Kloster" in der Krabi Provinz. Alle Fotos in Text & Bildergalerie: © Thailand_lifestyle.com by Nathalie Gütermann

Dieser spirituelle Ort ist ein beliebtes Ziel für Besucher, die meditieren und einen Einblick in die buddhistische Kultur  bekommen möchten.

Wichtig: Dieser “Tiger Cave” darf auf keinen Fall mit dem höchst umstrittenen “Tigertempel” bei Kanchanaburi verwechselt werden. Zum Glück wurde er nach Anklage von Tierschutzorganisationen vor vielen Jahren geschlossen, und zwar wegen Misshandlung echter Tiger. Mönche hatten die Raubkatzen unter Drogen gesetzt und wie vermeintlich zahme Tiere in einem “Streichelzoo” gehalten, um Touristen anzulocken. Bei der Schließung im Jahre 2015 wurden dann die angeketteten und hungernden 147 Tiger den Behörden übergeben. 


Spirituelle Oase im Wald

Hier geht’s natürlich um etwas ganz anderes! Tauchen Sie jetzt mit mir ein in die zauberhafte Welt des “Wat Tham Suea”, und erfahren Sie mehr über seine Geschichte, Architektur und religiöse Bedeutung.

Zur Orientierung:  Der Tempel liegt inmitten eines dicht bewaldeten Tales, etwa 7 Kilometer von Krabi Stadt und 35 Kilometer von der Ortschaft Ao Nang entfernt.

Zwischen den hohen Klippen des Kiriwong Valley und ganz in der Nähe des “Forest Park”, hat eine Hundertschaft von Mönchen ihre selbstgebauten Meditationshütten aufgeschlagen. Am Haupteingang des Tigerhöhlen-Klosters stehen jedoch auch ein paar Gebäude, wo Gläubige und Touristen Erfrischungen kaufen können und wo es auch Toiletten gibt.

Bei dieser Anlage handelt es sich um einen “aktiven” und bewohnten Ort der Ruhe und der Andacht.

Wer Zeit und Muße mitbringt, kann den Männern in ihren orangefarbenen Kutten beim Beten und den täglichen Arbeiten zusehen. Oder man lernt selbst die spirituellen Praktiken der Priester kennen.

Gläubige Besucher bekommen hier die Möglichkeit, an Meditationskursen teilzunehmen und tiefe Einblicke in die buddhistische Lehre zu erhalten.

Wer sich in noch viel höheren Sphären bewegen will, kann außerdem die Fähigkeiten seines eigenen Geistes und des Körpers testen und den Berg hinter dem Kloster bezwingen!

Das ist in der Tat eine echte Herausforderung, denn der Aufstieg erfordert Ausdauer und Willenskraft. Wer sich traut, sollte auch gutes Schuhwerk tragen. Flip-Flops sind hier ganz und gar nicht geeignet!


1.237 Stufen muss man gehen…,

… will man den prächtigen “Wat” und den 278 Meter hohen goldenen Buddha auf der Bergspitze sehen.

Die über tausend Stufen symbolisieren übrigens die Anzahl der erleuchteten Meister, die nach buddhistischem Glauben existierten.

45 bis 60 Minuten dauert der Aufstieg, dann ist man in rund 600 Metern Höhe dem Himmel ein Stückchen näher. Tief durchatmen! Genießen Sie die klare Luft und  die unvergessliche Landschaftsidylle.

Grundsätzlich sollte man schwindelfrei und bei guter Gesundheit sein, denn das Treppensteigen ist in der Tat super anstrengend. Das gebe ich stöhnend zu.

Die unendlich scheinenden Schritte nach oben sind wirklich eine Qual. Da gibt es nichts zu beschönigen. Besonders schlimm ist es auch deshalb, weil jede Stufe anders ist. Ständig wechselt die Höhe und die Auftrittsfläche der einzelnen Stufen. Manche sind mehr als 30 cm hoch.

Das ist schon sehr tricky!


Belohnung auf dem Gipfel

ABER: Wenn man seinen inneren Schweinehund besiegt hat und ‘on the Top of the Hill’ angekommen ist, dann wird man mit einem Gefühl der absoluten Erfüllung belohnt.

Umgeben von heiligen Buddha-Statuen entfaltet sich unter mir ein atemberaubender Panoramablick über Krabis typische schroffen Kalksteinberge, Wasserfälle, Palmenhaine und Mangrovenwälder.


Alternative zum Aufstieg

Wer sich die mühsame Treppensteigerei ersparen will, hat dennoch genügend Möglichkeiten, über das Gelände des Tigerhöhlen-Klosters zu schlendern. So kann man sich im “Forest Park” in aller Ruhe diverse andere heilige Stätten ansehen.

Zum Beispiel diesen chinesischen Tempel in der Nähe des Haupteingangs. Dazu muss man wissen: Traditionelle chinesische Werte und religiöse Praktiken gehören seit über tausend Jahren zur buddhistischen Lehre.

So wurde zum Beispiel der Zen-Buddhismus in China entwickelt und hat einen starken Einfluss auf die chinesische Kultur, einschließlich der Kunst, der Philosophie und der Kampfkünste.


Nur nicht den Affen machen!

Auch für Kinder ist ein Besuch der Tempelanlage spannend, denn überall laufen Affen in freier Wildbahn herum und leisten den Mönchen und Besuchern putzige und lustige Gesellschaft.

Doch Vorsicht: wie ich spätestens seit meinem Besuch am “Monkey Beach” auf Phi Phi Island erfahren habe, sollte man den vermeintlich niedlichen Geschöpfen nicht zu nahe kommen. Sie klauen und beißen! Deshalb bitte nicht füttern und sie auf keinen Fall berühren. Sie sind Überträger von Bakterien und Krankheiten.

Andere Tiere findet man hingegen nicht, schon gar nicht Tiger!

“Warum”, so mag sich meine Leserschaft jetzt die Frage stellen, “wird dann diese heilige Tempelanlage nach Raubkatzen und Höhlen benannt?”


Historie des Tigerhöhlen-Klosters

Das Waldkloster “Wat Tham Suea” hat eine lange Geschichte, die bis ins 7. Jahrhundert zurückreicht. Es wird angenommen, dass ein buddhistischer Vipassana-Mönch namens Ajahn Jumnean Seelasettho die Gegend entdeckte und beschloss, in einer der versteckten Höhlen zu meditieren.

Der Sage nach sah er während seiner Konzentrations- und Reflektionsphase plötzlich mehre Tiger, die im hinteren Teil der Höhle umherirrten. Im Stein der Felswand ist angeblich der Abruck einer Tatze zu sehen – somit erhielt sie ihren Namen “Tiger Cave Temple”.

Tatsächlich sind einige dieser Höhlen bis heute vorhanden.

Der legendäre “Tiger Cave”-Tempel ist begehbar; dort thront ein weiterer riesiger Buddha, doch dieser ist nicht mit der goldenen Statue auf der Bergspitze zu vergleichen.

Von dort führt ein schmaler Naturpfad und eine weitere Treppe mit 184 Stufen zu den kleineren Grotten, in denen einige Mönche rund ums Jahr leben. Ein Besuch von Touristen ist dort allerdings nicht erwünscht, denn dies würde den täglichen Meditationszyklus empfindlich stören.

Doch allein der Riesen-Buddha auf der Plattform in schwindelnder Höhe sowie die gesamte Anlage des Tigerhöhlen-Klosters am Fuße des “Forest Park” sind absolut sehenswert. Ein Halbtages-Ausflug von Ao Nang oder von Ihrem Hotel in der Umgebung lohnt sich also unbedingt.

Wer will, kann sich von den hier praktizierenden Mönchen zum Abschied noch segnen und sich ein Glücksband umbinden lassen. Alles in allem ist mein Fazit: Die friedliche Umgebung, umgeben von dichten Wäldern und Kalksteinhöhlen, schafft eine ideale Atmosphäre für Urlauber mit Sinn für spirituelles Wachstum und innere Einkehr.


© Text & Fotos: Nathalie Gütermann. Luftaufnahmen: Wikimedia


Lesen Sie noch mehr interessante Berichte über die Region:

⇒ Alle Berichte über Krabi im Überblick

Information

Der Wat Tham Sua ist ein heiliger Platz. Regelmässig pilgern gläubige Einheimische, denn im Tempel soll es einen Fussabdruck von Buddha geben. Überfüllt ist es hier dennoch nicht, denn es scheint nur wenige kulturhungrige Touristen zu geben und die Anlage ist groß.

Anfahrt mit dem Taxi von Krabi Town, Ao Nang oder vom Hotel. Preis ist Verhandlungssache, liegt aber bei ca 1200 – 1500 Baht (für eine Strecke)

Wichtig zu wissen:

• Hier handelt es sich um ein buddhistisches Kloster. Angemessene Kleidung ist erwünscht (bedeckte Schultern und Knie).

• Wer den Berg hinaufsteigen will, sollte festes Schuhwerk und unbedingt Trinkwasser mitnehmen!

• Der Vormittag ist die beste Zeit; am Nachmittag wird es zu heiß und in der Dämmerung wird es zu gefährlich wegen der Stufen.

• Der Eintritt ist frei, aber Spenden sind willkommen

 

Adresse: Ban Tham Suea,
Amphoe Mueang,
Krabi

Lage: Ca. 7 km von "Krabi Town" entfernt

Flughafen/Pier: Airport Krabi

Preisniveau: Kostenloser Eintritt, aber Spenden sind willkommen

Öffnungszeiten: 08.00 - 16.30 Uhr

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